Impuls der Woche - Den Schrei der Schöpfung hören (Teil 2)

Die Franziskanische Spiritualität unterscheidet zwischen Natur und Schöpfung und stellt die Frage: Wie ist das menschliche Verhältnis zur Natur?

Naturverständnis: Natur ist das, was von selbst als Umwelt da ist. Sie ist positiv besetzt, z.B. als Erholungsraum.

 

Sonnengesang Köder

Sieger Köder Sonnengesang, Südfenster der Franziskuskapelle im Kinderund Jugenddorf Marienpflege, Ellwangen

 

Schöpfung: Häufig wurde Genesis 1,28 „Macht euch die Erde untertan“ so ausgelegt, dass der Mensch die Krone der Schöpfung sei, um den Raubbau an der Natur zu legimitieren. Laut Schöpfungsbericht ist aber der Schabbat, zur Ehre Gottes,  die „ Krone der Schöpfung“.

Die jüdische Liturgie spricht von der „Königin Schabbat“ und von der „Braut Schabbat“. Bei der Hymne „lecha dodi“ drehen sich alle zur Tür und stellen sich vor, dass sie hereinkommt. Ein bewegender Moment ist die Feier des Schabbats. Kurze Segenssprüche loben Gott dafür, dass er das Heilige vom Profanen getrennt hat. Hawdala nennt sich die Zeremonie – Trennung.

 Die Teilnehmer fallen sich um den Hals und wünschen sich eine gute Woche, schawua tow.

Das Missverständnis „Krone der Schöpfung“ zu sein, führte dazu, dass der Mensch seine eigene Lebensgrundlage zerstört. So muss im Bewusstsein des Menschen ankommen:

Was den Menschen befällt, befällt auch die Erde.

 

Die Zukunft unserer Erde beschreibt Franziskus im Sonnengesang: Alle Elemente sind Brüder und Schwestern. Die Geschöpfe sind um ihrer selbst da. Nichts ist bloßer Gebrauchswert für den Menschen. Im Sonnengesang verwendet Franziskus das Wort: „sostentamento“.

Von diesem Wort ist im Englischen der Begriff „sustainability“ ,Nachhaltigkeit‘ abgeleitet,

der wohl wichtigste Begriff in der Debatte um Mitweltschutz und Klimaschutz.

Geschwister im Schöpfungsglauben

Herr, Du allein weißt,
wie mein Leben gelingen kann.
Lehre mich,
in der Stille Deiner Gegenwart
das Geheimnis zu verstehen,
wie in der Begegnung mit Dir,
wie in Deinem Anblick
und in Deinem Wort
Menschen sich erkannt haben
als Dein Bild und Gleichnis.
Hilf mir loszulassen,
was mich daran hindert,
Dir zu begegnen
und mich von Deinem Wort
ergreifen zu lassen.
Hilf mir zuzulassen,
was in mir Mensch werden will,
nach dem Bild und Gleichnis,
das Du Dir von mir gemacht hast.        Peter Köster,SJ 

 

PACE E BENE          Ihr Br. Konrad (Bernd-Günter Barwitzki)

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