Impuls der Woche - SchöpfungsZeit

Schmetterling

Foto: Alexander Rueff


Im Garten

Ich sitze auf einer Holzbank

Die Sonne ist da
auch wenn ich die Augen geschlossen halte.

Auf meiner Hand
lässt sich ein Falter nieder.

Mit der Hand
über die Baumrinde streichen.

Die Sprache der Bäume lernen
um in der Sprache der Bäume
zu schweigen.

Außer sich sein, im Hämmern des Spechts
in den zitternden Spitzen der Gräser
im Schmetterlingsflügelschlag.  

Georg Bydlinsk

 

Vom 01. September bis zum 04. Oktober schenken wir in den Kirchen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz der Schöpfung besondere Aufmerksamkeit.

Mit einem Ökumenischen Tag der Schöpfung am Bodensee hat diese Zeit begonnen. Der 1. September gilt bei der Orthodoxen Kirche und der Römisch-katholischen Kirche als der Tag der Schöpfung. Der 4. Oktober ist der Gedenktag des Franz von Assisi. Zwischen diesen beiden Daten liegt die SchöpfungsZeit.

Im Jahr 2021 steht sie unter dem Titel „Damit Ströme des lebendigen Wassers fließen“. Diese Zeit bietet Gelegenheit für das Geschenk des Wassers zu danken und dafür zu sorgen, dass lebendiges Wasser auch in Zukunft fließen kann.

 

Wasser

„Wasser – quo vadis?“   Foto: Alexander Rueff


Wasser – was wären wir ohne Wasser! Wir könnten uns nicht erfrischen, nicht
waschen, nicht kochen, nicht trinken, der Garten würde verdorren und wir
allmählich auch. Für viele Menschen auf der Erde ist das bittere Wirklichkeit:
Wüsten breiten sich aus, Felder verdorren, Großkonzerne graben der

 

Brühlbach

Brühlbach                                     Foto: IBB

Landbevölkerung das Wasser ab, um es für ihre Investitionen zu nutzen. Wo einst
Quellen waren, bleiben stinkende Kloaken zurück. Der menschengemachte
Klimawandel macht das Wasser zur Bedrohung und es kommt zu
Hochwasserkatastrophen und Überschwemmungen, während an anderen Orten
die Flüsse und Quellen wegen anhaltender Hitze austrocknen und Wälder
brennen.

Wasser ist ein Schatz und Geschenk der Erde, das allen Menschen auf der ganzen
Welt gehört – niemand darf es alleine für sich beanspruchen, alle müssen dazu
beitragen, dass es fließt und sauber bleibt, sodass Pflanzen, Menschen und Tiere
leben können. Nur dann können Ströme lebendigen Wassers fließen.

In den biblischen Erzählungen hat das Wasser unterschiedlichen Charakter. Es
bringt Rettung und Lebenskraft, aber auch Bedrohung.

Die Sintflut kommt über die Erde (Gen 6), in der Schöpfungsgeschichte wird aus dem Chaoswasser das Meer, das seinen Raum hat wie das Land (Gen 1).

Am Pessachfest erinnern sich Jüdinnen und Juden an die Rettung aus dem Schilfmeer.

Die Psalmbeter sprechen: „Wohl dem Menschen, der Gottes Wege geht, er/sie ist wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist“ (Ps 1).

Und Jesus verheißt der Frau am Jakobsbrunnen lebendiges Wasser, das in ihr zur sprudelnden Quelle wird.
Als Getaufte sind wir „aus dem Wasser und dem heiligen Geist neu geboren“.

 

Gebet

Manchmal fehlen mir die Worte,
um die Sorgen und Ängste,
die katastrophalen und apokalyptischen Stimmungen, den Groll und die Wut,
die Ohnmacht und das Verzagen
aus meinem Herzen zu schütten,
einfach vor dich hin, Gott.
Dann bin ich einfach nur da,
stumm, gleichzeitig Dir nah und fern,
ungewiss, ob wir einander
Gehör verschaffen können,
weil ich nicht fertig bin und werde
mit dem Widerspruch
zwischen Dir und dem,
was wir Menschen aus deiner Schöpfung
aus uns selbst
und aus Dir gemacht haben.

norbert copray

 

PACE E BENE
Ihr Br. Konrad (Bernd-Günter Barwitzki)

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