Impuls der Woche - Sehnsucht nach Klarheit

Nun ist das neue Jahr auch schon wieder zwei Wochen alt. Die ersten (Lebens-) träume sind vielleicht schon in die Tat umgesetzt, andere bereits wieder verworfen. So viel Ängste, so viele Hoffnungen sind mit dieser Jahreszeit verknüpft – nicht wenige glauben immer wieder aufs Neue daran, mit dem ersten Januar, zumindest bei bestimmten Lebensträumen, einen Neuanfang machen zu können.

Was sind meine Lebensträume? Wie sieht die Realität meines Lebens aus? Wie versöhnen wir den Lebenstraum mit der Realität, wenn zu viele Seifenblasen geplatzt sind und die Inspiration des Lebens verlorengeht. Manche suchen auf einmal nach einem Leben, das bisher nicht ihre Realität war - Reisen, Kunst, guten Wein und gutes Essen, Partnerwechsel – und können nicht fassen, was ihnen eigentlich fehlt. Die innere Freude und die innere Gelassenheit wollen sich nicht einstellen. Diffuse (Alters-) Unrast macht sich breit.

 

Sehsucht nach Klarheit

Sehnsucht nach Klarheit         Foto: DNGO 2017

 

Wer nicht die Versöhnung zwischen Lebenstraum und Realität angeht, dem kann das Leben zum Albtraum werden. Erst im Kontakt mit dem persönlichen Lebenstraum und den unvermeidlichen konkreten Wandlungen kann es zur erforderlichen Demut kommen:

 

Mut zur eigenen Wahrheit.

Der hl. Franziskus sah seine Träume vom Rittertum platzen. Jetzt treibt es Franziskus unruhig
durch die Gassen seiner Stadt und übers Land. Eines Tages betritt er das halb verfallene Kirchlein San Damiano. Er betet vor dem Kruzifix und lässt sich von ihm ansprechen. Der Auftrag liegt auf der Hand: „Franziskus, stell mein Haus wieder für mich, her!“ Diese Vision prägte sein zukünftiges Leben. Für ihn war Jesus gegenwärtig.

Die Sehnsucht nach Klarheit prägt auch den heutigen Menschen. Es gilt nicht: Augen zu und durch. Es gilt Augen auf und rein. Wer Leben in Fülle will, braucht das dritte Auge, das Auge der Innerlichkeit. So kann jeder Mensch erfahren: Jesus ist da! Der Glaube ist so auf einen einfachen Nenner zu bringen: Ich bin da! Gott sagt: Mensch ich bin da, bei Dir und für Dich. Wir Menschen brauchen nur zu antworten: Gott, auch ich bin da für Dich! So wie eine Mutter zu ihrem Kind sagt: „Ich bin für dich immer da“. So zeigt sich, dass dort, wo Menschen füreinander da sind, etwas von der Gegenwart Jesus erfahren werden kann. Die Sehnsucht nach Klarheit kann Wirklichkeit werden, wenn Jesus in mir geboren wird und ich echt und ehrlich bin zu mir selbst und zu anderen.

 

Alfred Delp (1907-1945) schreibt an seinen Patensohn Alfred S. Keßler:

„Das sind meine Wünsche für dein Leben, mein lieber Alfred Sebastian: helle Augen, gute Lungen und die Fähigkeit, die freie Höhe zu gewinnen und auszuhalten. Das wünsche ich nicht nur deinem Körper und deinen äußeren Entwicklungen und Schicksalen, das wünsche ich vielmehr deinem innersten Selbst, dass du dein Leben mit Gott lebst als Mensch in der Anbetung, in der Liebe, im freien Dienst.“ (Aus dem Brief an Alfred S. Keßler, 23.1. 1945: GS IV/139-141).

 

Gebetsanliegen Papst Franziskus Januar 2022

 Wir beten für alle, die unter religiöser Diskriminierung und Verfolgung leiden; ihre persönlichen Rechte mögen anerkannt und ihre Würde geachtet werden, weil wir alle Schwestern und Brüder einer einzigen Familie sind.

 

PACE E BENE

Ihr Br. Konrad,ofs (Bernd-Günter Barwitzki)          Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!