Angedacht - Der Tod muss dem Duft des Lebens weichen

Urlaubs- und Ferienzeit ist auch deswegen ein Gewinn für uns, weil wir Zeit haben über Entwicklungen nachzudenken. „Als der Mensch seinen Fuß auf den Mond setzte, wurde ein Satz gesagt, der berühmt wurde: , Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit‘. Tatsächlich hatte die Menschheit einen historischen Meilenstein erreicht. Doch heute, bei der Aufnahme Marias in den Himmel, feiern wir eine unendlich größere Errungenschaft. Die Gottesmutter hat ihren Fuß in das Paradies gesetzt. Mit ihrem ganzen Selbst“ (Papst Franziskus, Angelus, 15.o8.2020).

Worum geht es? Menschen feiern am 15. August, dem Hochfest der Aufnahme Marias in den Himmel, nicht Maria, sondern: Gott und sein erlösendes Handeln, welches beispielhaft am Menschen Maria geschehen ist. Dies bedeutet: Wir feiern uns selbst, weil Christus Ostern mit uns teilt. Der Tod muss dem Duft des Lebens weichen. Nicht Leistung oder Erfolg haben Maria in den Himmel gebracht, sondern ihr Vertrauen auf den Herrn. Ihr Hadern und Handeln im Glauben, das immer erkämpft ist. Ihre zärtliche Zurückhaltung und ihr liebendes Zurücktreten in Gottes allumfassender Liebe.

Die Legende erzählt folgendes: Als die Apostel auf dem Berg Zion in Jerusalem zusammengekommen waren, um vom Leichnam Mariens Abschied zu nehmen, öffneten sie ihren Sarkophag. Darin fanden sie nicht die sterblichen Überreste der Gottesmutter, sondern ein Meer aus bunten Blumen und Kräutern. Statt Verwesung und Tod finden die Apostel in ihrem Sarg das blühende Leben und allerhand Kräuter, deren heilbringende Wirkung Krankheit und Tod vertreiben.

Seit dem 5. Jahrhundert feierten und feiern weltweit unzählige Menschen dieses Fest. Traditionell werden Sträuße aus Blumen und Kräutern gebunden und in den Gottesdiensten   geweiht.

Die Schöpfung beschenkt uns im Sommer mit einer Vorahnung, wie wirkliches Leben aussehen kann. Ein Leben, das sich im österlichen Sinne nicht einschränken oder eingrenzen lässt. Ein Leben, das duftet und sich von keiner Krankheit und keinem Tod einengen lässt. Das ist das österliche Leben, welches wir am Tag der Himmelfahrt Mariens feiern.

Ich wünsche Ihnen nicht nur für die Urlaubs- und Ferienzeit, dass Sie sich beschenken lassen von der Schönheit und Pracht der Schöpfung. Atmen Sie den Duft der Blumen ein und werden Sie sich der Heilkraft vieler Kräuter bewusst. Erfahren Sie so den Rhythmus der Schöpfung mit vielen schönen Erlebnissen im Sommer 2021.

Ihr Diakon Bernd- Günter Barwitzki,ofs