Angedacht - Welterschöpfungstag

Viele Menschen spüren es immer wieder: Sie sind erschöpft, überlastet und ausgelaugt. Auch unsere Erde ist erschöpft, überlastet und ausgelaugt.

Die Problematik eines überzogenen Rohstoffverbrauchs hält uns der jährliche Erdüberlastungstag vor Augen. Der deutsche „Earth Overshoot Day“ (Welterschöpfungstag) war in diesem Jahr der 4. Mai. Seit diesem Tag haben wir die uns zustehenden Ressourcen aufgebraucht. Nur ein erhobener Zeigefinger? Im Vordergrund steht bei uns die Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie. Wie können wir unsere Energieversorgung sicherstellen, wenn wir auf russisches Öl und Gas verzichten? Mit einem Kriegstreiber, wie dem russischen Präsidenten Putin, sollen zurecht keine Geschäfte gemacht werden. Doch wie viele Geschäfte werden weiterhin mit Diktatoren und nicht-demokratischen Regimen gemacht, wenn es um Rohstoffe geht, die unsere Wirtschaft benötigt, um den deutschen Wohlstand abzusichern!

Die Leidtragenden sind die Menschen im Globalen Süden, auf deren Kosten wir produzieren und konsumieren, die Böden, das Wasser und die Luft verunreinigen. Hochgerechnet auf die globale Bevölkerung, bräuchte unser deutscher Lebensstil die Fläche von drei Erden. Erforderlich und not-wendig ist eine echte Rohstoffwende und eine Rohstoffstrategie, die die Menschenrechte, den Umwelt- und Klimaschutz sowie nachhaltige Lieferketten einbezieht. Es braucht zudem die Bereitschaft einer/eines jeden, die persönlichen Konsummuster zu verändern und auf einen einfacheren Lebensstil umzustellen.

Laudato si, gelobt seist du, mein Herr,
für deinen schöpferischen Geist, der im ganzen Universum wirkt.
Sei gelobt vor allem für unsere Mutter Erde,
die du uns als Lebensraum geschenkt hast.

Laudato si, gelobt seist du, mein Herr,
denn du hast deinen Geschöpfen Zeiten geschenkt
zum Atem holen, zum Ausruhen, zum Genießen.

Laudato si, gelobt seist du, mein Herr,
denn du hast uns zusammen mit allen Geschöpfen
zu einer Lebensgemeinschaft zusammengefügt.

Laudato si, gelobt seist du, mein Herr,
Keines deiner Geschöpfe kann allein für sich leben.
Keines deiner Geschöpfe ist überflüssig und nutzlos.
Wir alle brauchen einander und das ist schön.

PACE E BENE

Ihr Diakon Bernd-Günter Barwitzki, ofs