Angedacht - Licht und Frieden

Letzten Sonntag feierten wir Ostern: Neues Leben, Zukunft. Wo Altes endet, kann Neues entstehen. Nur das Weizenkorn, das stirbt, bringt Frucht.

Ostern aber ist mehr als ein Bild für den aus der Natur bekannten ewigen Kreislauf von Sterben und Geborenwerden. Jesus ist nicht nach einem kurzen Zwischentief aus eigener Kraft wieder auferstanden. Der Vater hat einen Toten aus dem Grab geholt. Ostern ist kreative Tat Gottes, neue Schöpfung. Das neue Leben in Christus ist keine spirituelle Selbstoptimierung, sondern Geschenk von Gott.

Mitten in einer Welt voller Tod feiern wir die Auferstehung. Bedrängt von grausamen Bildern eines nahen Krieges in der Ukraine wünscht uns der Auferstandene seinen Frieden. In der Trauer über das, was aufhört, entdecken wir überrascht Neues. Wir wissen nicht, wie die Zukunft aussieht, gehen aber zuversichtlich weiter. Es gibt kein richtiges Leben im falschen, aber es gibt neues Leben mitten im alten. Jetzt schon leben wir im Kraftfeld des Auferstandenen.

Im täglichen Ostern können wir erfahren, dass Licht stärker ist als jede Dunkelheit. Diese österliche Erfahrung hat Silja Walter,OSB, in poetisch starken Worten verdichtet:
  
Lob dir, herrliche Flamme, 
du brichst aus dem Stein; 
springst von Abgrund 
zu Abgrund 
durch aller Welt Nächte 
und Schächte 
und wirfst dich zurück 
ins Urmeer des Lichts. 
Die Nacht ist vorüber. 
  
Möge dieses österliche Licht eindringen in alle Abgründe und Nächte der Welt. Entdecken wir im Schicksal Jesu uns selbst. Jesus lebt. Er nimmt uns mit auf eine Reise der Befreiung, des Lebens und der Hoffnung.

Pax et bonum

Diakon Bernd-Günter Barwitzki, osf