Angedacht - Digital

Vieles ist die letzten Monate digital geschehen, was vor Corona (oft) nicht möglich und denkbar war.

Digitale Gottesdienste als Aufzeichnungen oder als Liveübertragungen, Videokonferenzen, virtuelle Treffen in der Jugend- oder der Seniorenarbeit, Schulungen am PC. Vieles könnte man hier noch ergänzen. Was alles die letzten Monate digitalisiert wurde, das weiß jeder von uns selbst.

Für die einen ist dies eine längst überfällige Weiterentwicklung, euphorisch setzen sie sich für diese Entwicklung ein.

Für andere ist es der Zusammenbruch, das Ende jeglicher Glaubensgemeinschaft und sie stehen der Digitalisierung, zumindest im kirchlichen Zusammenhang, skeptisch bis ablehnend gegenüber.

Ich selbst gehöre zur ersten Sorte und finde die neuen digitalen Möglichkeiten gut. Ich kann aber auch die Skeptiker sehr gut verstehen.

Der direkte Kontakt zueinander, das Gespräch von Angesicht zu Angesicht müssen weiterhin ein wichtiger und zentraler Aspekt unseres Glaubenslebens sein. Gottesdienst muss in der Gemeinschaft erlebbar sein.

Andererseits ist das Digitale mittlerweile ein Bestandteil unseres Lebens. Mit oder ohne Corona läuft vieles digital. Menschen treffen sich im Netz, sind in den Sozialen Netzwerken unterwegs und verbringen viel Zeit online.

Die Bibel weiß noch nichts von dieser digitalen Welt, einen direkten Auftrag dort tätig zu sein, werden wir dort nicht finden. Allerdings geht Jesus mit gutem Beispiel voran und geht dorthin, wo die Menschen sind. Er lässt niemanden allein und im Stich.

Für uns heute sind dies die Leute, die man nicht mehr erreicht, weil sie kein Interesse haben oder den Bezug zu ihrem Glauben oder ihrer Kirchengemeinde verloren haben. Und die Menschen, die nicht mehr mobil sind und deshalb nicht mehr mit dabei sein können.

Digital können wir dem Beispiel Jesu folgen, in dem wir so Menschen erreichen, die wir sonst schon verloren haben, oder die gesundheitlich nicht mehr zu uns kommen können oder durch die aktuelle Situation nicht wollen.

Den neuen Entwicklungen und Möglichkeiten sollten wir nicht blind vertrauen, aber auch nicht ablehnend gegenüberstehen.

Den Glauben leben und weitergeben, live und digital, eine gute Mischung ist wichtig.

Nutzen wir die Möglichkeiten, die wir haben.

Bleiben Sie behütet,

wünscht Ihnen Ihr Gemeindereferent Frank Schien


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