Angedacht - Der Geist des Herrn durchweht die Welt

Pfingsten - die Zukunft ist offen und „alles beginnt mit der Sehnsucht“ wie Nelly Sachs schreibt oder mit Unzufriedenheit, mit Staunen, mit einer Frage, mit einer Idee, mit dem ersten Schritt, mit einer Analyse?

„Komm Heiliger Geist und das Gesicht der Erde wird neu“.

 Womit beginnt Neues?

Die Bilder der Pfingstsequenz illustrieren: Hartes wird geschmeidig, Dürres lebendig und Krankes gesund.

Das Gesicht der Erde zu erneuern hat zu allererst mit uns, mit jedem einzelnen zu tun. Wir müssen Altes loslassen, neu denken und neue Wege gehen, was sehr anstrengend ist. Eingefahrene Gleise sind in aller Regel bequemer. Jeder Einzelne muss sich fragen: Will ich etwas ändern – oder will ich lieber weiterjammern?

Viele Neuerungen werden ungewollt von außen angestoßen. Wie viel hat z.B. die aktuelle Corona-Pandemie bereits verändert? Manchmal muss erst etwas zusammenbrechen, bevor Neues entsteht. Menschen deuten sehr ähnliche Erfahrungen ganz unterschiedlich. Eine Krise kann völlig aus der Bahn werfen oder neue Tiefe eröffnen. Eine Not kann zu Gott hin-oder von ihm wegführen. Es hängt davon ab, aus welcher Perspektive ich mein Leben sehen will und in welche Zusammenhänge ich es einordnen will.

Womit beginnt Neues?

 Auf dies Frage gibt es nicht nur eine Antwort. Der Geist Gottes, der alles neu macht, weht, wo er will und zwar aus ganz unterschiedlichen Richtungen. Sturm und Feuer, die großen Symbole des Geistes zeigen, dass er nicht auf die sanfte Tour wirkt. An Pfingsten beten wir um diesen Geist. Ich lade Sie ein, einmal darüber nachzudenken, wo in Ihrem persönlichen Umfeld Neues ansteht und Sie mit Hilfe des Geistes Gottes Neues ausprobieren könnten. Experimente brauchen Mut! Ein Leben im Geiste von  Jesus Christus auch.

 Entscheidend ist: Sind wir präsent, sind wir nahe bei den Menschen, sind wir solidarisch mit denen, die ungeschützt sind!

 Komm, Heiliger Geist, der Leben schafft, erfülle uns mit deiner Kraft und hauch uns Gottes Atem ein.

Es grüßt Sie in pfingstlicher Erwartung

Ihr

Diakon Bernd-Günter Barwitzki, ofs


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