Impuls der Woche - Den Schrei der Schöpfung hören (Teil 1)

Papst Franziskus setzte 2015 mit der Enzyklika " Laudato si " ein weltweit hörbares Signal hinsichtlich tiefer Spiritualität und tiefgreifenden, umweltethischen Reflexionen zur Krise von Klimawandel und Biodiversität. Mit seiner harschen Kritik am politischen, technischen und ökonomischen Machtmissbrauch zeigt er Wege zum tiefgreifenden Umdenken im Verhältnis zur Schöpfung auf und beruft sich auf die Spiritualität des heiligen Franziskus von Assisi. 

 

FranziskusKlara

                                                                 

Ausgangspunkt der franziskanischen Schöpfungsspiritualität sind die Grundgedanken des hl. Franziskus (1182 – 1226) und der hl. Klara (1193 – 1253). Für Franziskus waren alle Geschöpfe, alle Elemente und Dinge „ Schwestern “ und „ Brüder “. Er sah die Welt als Einheit, die in ihrer Transparenz auf den Schöpfer hinwies. Die Haltung war geprägt von Demut, Ehrfurcht und Achtsamkeit.

Das 4. Laterankonzil formulierte 1215, also zu Lebzeiten von Franziskus, als Wahrheit des Glaubens, dass Gott seiner Schöpfung zugleich ähnlich und unähnlich ist. Gott ist immanent (in den Dingen) und transzendent (außerhalb der Dinge) zugleich. Gott ist der Ur-Grund, der Lebens-Grund allen Seins. Die Natur ist nicht göttlich.

Wiese in Buoch

Wiese in Buoch, Foto: IBB2021

 

Papst Franziskus schreibt: "Auf diese Weise erscheinen uns die Geschöpfe der Welt nicht mehr bloß als eine natürliche Wirklichkeit, denn geheimnisvoll umschließt sie der Auferstandene und richtet sie auf eine Bestimmung der Fülle aus. Die gleichen Blumen des Feldes und die Vögel, die er mit seinen menschlichen Augen und Bewunderung betrachtete, sind jetzt erfüllt von seiner strahlenden Gegenwart"(LS 100).

 

Komm, heilige Geistin

Erneuere die Gestalt der Erde

Versöhn uns mit der Luft, die wir verpesten

Versöhn uns mit dem Wasser, das wir vergiften

Versöhn uns mit dem Land, das wir zubetonieren

Erneuere unsere Wünsche und das Angesicht der Erde

Komm, Mutter des Lebens

Reinige uns vom Willen zur Macht

Lass uns glauben an die Versöhnung

Zwischen uns und den Tieren, die wir wie Maschinen behandeln

Mach uns geduldig mit allen Pflanzen, die uns zu nichts nützlich sind

Gib uns glauben an die Rettung der Bäume

Dass sie nicht alle sterben

Erneuere unseren Verstand

Und das Angesicht der Erde

Komm, Atem Gottes

Du Lehrerin der Demütigen

Hauch uns, die Totgeborenen, an

Dass wir mit allen Kreaturen leben lernen

Mach uns aus Siegern zu Geschwistern

Aus Benutzern zu Hüterinnen

Aus Profitberechnern zu Freunden der Erde

Erneuere unsere Herzen

Und das Angesicht der Erde

Komm, du Hoffnung der Armen

Du Richter der Mächtigen

Du Rettung im Schiffbruch unseres Planeten

Führ uns aus dem Gefängnis

Atem des Lebens, weh uns an

Wasser des Lebens, lass uns von dir trinken

Lass uns deine Wohnung werden

Und erneuere das Angesicht der Erde

Dorothee Sölle

 

PACE E BENE                             

Ihr Br.Konrad (Bernd-Günter Barwitzki)

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