Impuls der Woche - Zeitenwende

Schonungslos analysiert der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing,  beim Sankt Michael-Jahresempfang die Situation der katholischen Kirche in Deutschland. Er spricht von einer „Zeitenwende“ für die Kirche mit einem „schleichenden Relevanzverlust“. Die Krise sei eine „Phase der Disruption im umfassenden Bedeutungsgehalt von Störung, Auflösung, Erschütterung und Unterbrechung“.

 

Bätzing

Pressefoto Bischof Dr. Georg Bätzing, Bistum Limburg

 

Dabei zitierte er Papst Franziskus mit den Worten: „Wir erleben nun Dinge, deren Eintreffen wir uns nie haben vorstellen können: der Zusammenbruch der Umwelt, eine globale Pandemie, die Rückkehr der Populismen“. Bischof Bätzing: "Gerade heute…..ermutige ich Sie alle, diese Herausforderungen gemeinsam anzugehen und dabei auch Kraft und Hoffnung aus dem Glauben zu schöpfen“.

Bei der Frage der Systemrelevanz während der Corona-Krise 2021 war „es selbst für christliche Parteien offenbar kein Problem…den freiwilligen Verzicht der Ostergottesdienste zu fordern…ein vielbeachtetes Indiz für den schleichenden Relevanzverlust der Kirchen“, so Bischof Bätzing.

Aber nicht nur von außen gibt es die Disruption, sondern auch von innen im Sinne einer „fundamentalen Störung des Vertrauens gegenüber der Kirche und kirchlichem Handeln“ führte der Bischof aus. „Die innere Zerrissenheit der katholischen Kirche, das teils unversöhnliche Gegenüber unterschiedlicher Positionen wird sichtbar“.

Der Synodale Weg fordert Reformen und Veränderungen, gleichzeitig „gibt es mahnende Worte oder Klarstellungen der Römischen Kurie zu Fragen, die in unserer aufgeklärten und freiheitsliebenden Gesellschaft als längst beantwortet gelten“.

Der Bischof fordert eine „Umkehr im wahrsten Sinn und im religiösen Verständnis des Wortes…die Kirche gehört nicht zu den führenden Mächten und Kräften der Menschheit…Eine Umkehr der Kirche als Ganzes in den Dienst der Menschen setzt die Bekehrung der Einzelnen hin zu einer persönlichen Glaubensentscheidung voraus“.

Was bedeutet Umkehr im Geiste des hl. Franziskus? Zunächst geht es Franziskus um die persönliche Buße als Form der Umkehr, um eine existentielle und immer wieder neu einzuübende Grundhaltung Gott und den Menschen gegenüber. Alle Menschen sollen im Sinne der Bibel Gott als Schöpfer, Erlöser und Retter anerkennen.

 

Kleid eines Büßers

Das Kleid eines Büßers. In der Kirche San Francesco wird das Ordenskleid des Hl. Franziskus aufbewahrt.
In diesem Kleid zog der Poverello predigend durch Umbrien. Bild von Archiv Deutsche Franziskanerprovinz.

 

Bei allen Reformwünschen des Synodalen Weges und neben aller Freude, wenn es tatsächlich echte Schritte zur Erneuerung und Verheutigung der Kirche zustande kämen, ein schales Gefühl bleibt: Der Synodale Weg ist keine demokratische Koalitionsverhandlung, sondern ein geistlicher Weg. „Der Heilige Geist und wir“ sollte beim Abschluss des Synodalen Weges gesagt werden können. Der gläubige und suchende Mensch ist die Aufgabe der Kirche.

   

 Labyrinth Eins und Alles                                                                                                                                                        

Labyrinth, „Ein und Alles“, Welzheim, Foto: IBB

 

Meditation

HERR, du hast mich erforscht und kennst mich.

Ob ich sitze oder stehe, du kennst mich.

Du durchschaust meine Gedanken von fern.

Ob ich gehe oder ruhe, du hast es gemessen.

Du bist vertraut mit all meinen Wegen.

Ja, noch nicht ist das Wort auf meiner Zunge, siehe, HERR, da hast du es schon völlig erkannt.

Von allen Seiten hast du mich umschlossen, hast auf mich deine Hand gelegt.

Zu wunderbar ist für mich dieses Wissen, zu hoch, ich kann es nicht begreifen.

Wohin kann ich gehen vor deinem Geist, wohin vor deinem Angesicht fliehen?

Wenn ich hinaufstiege zum Himmel - dort bist du; wenn ich mich lagerte in der Unterwelt - siehe, da bist du.

Nähme ich die Flügel des Morgenrots, ließe ich mich nieder am Ende des Meeres,

auch dort würde deine Hand mich leiten und deine Rechte mich ergreifen.

Würde ich sagen: Finsternis soll mich verschlingen und das Licht um mich soll Nacht sein!

Auch die Finsternis ist nicht finster vor dir, die Nacht leuchtet wie der Tag, wie das Licht wird die Finsternis.

Du selbst hast mein Innerstes geschaffen, hast mich gewoben im Schoss meiner Mutter.

Ich danke dir, dass ich so staunenswert und wunderbar gestaltet bin. Ich weiß es genau: Wunderbar sind deine Werke!

(Psalm 139)

 

PAX ET BONUM

Ihr Br. Konrad (Bernd-Günter Barwitzki)

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