Impuls der Woche - Suchen und Finden

Vor wenigen Tagen, am Ostersonntag, war bei uns das alljährlich Ostersuchen angesagt. Dieses schöne Ereignis machte den Enkeln, Eltern und Großeltern große Freude. In diesem Spiel können wir einen tieferen Sinn finden.

Um das Suchen und letztendlich Finden geht es beim Osterfest. Die Frauen finden Jesus nicht und sie müssen sich der Frage stellen: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?“ (LK24,5).

 

Ostersonntag Bb 2020
Ostermorgen 2022 in Beutelsbach.      Foto: IBB

Wo sollen wir heute Jesus suchen und wo können wir ihn finden? Wonach sind wir auf der Suche in unserem Leben? Vieles bewegt uns in diesen Tagen, vieles hält uns in Atem. Wir suchen Frieden, weil der Krieg in der Ukraine uns wieder zeigt, wie schrecklich es ist, wenn Waffengewalt ein Land zerstört und Menschen in die Flucht treibt.

Wir suchen das Ende der Pandemie, das unser Leben schon viel zu lange einschränkt und uns so vieler Freiheiten beraubt. Wir sehnen uns nach einem Leben in Normalität, nach einem „Leben in Fülle“. Wir sind mit unserem Suchen nicht allein, wie uns die Frauen im Evangelium zeigen. Das „Leben in Fülle“ lässt sich finden.

„Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes, das Leben in Fülle, nicht sehen! Was bedeutet „neu geboren“? Dieses Bildwort benutzen wir manchmal selbst. Wenn ein Mensch eine Krise oder eine schwere Krankheit überstanden hat, sagen wir ihm vielleicht: „Du wirkst, wie neu geboren“. Oder ein Mensch ist frisch verliebt oder er hat nach einer Arbeitslosigkeit einen neuen Job gefunden, sagt er vielleicht: „Ich fühle mich, wie neu geboren“.

Neu geboren heißt: Die Sache ist wichtig, existentiell und sie verändert etwas in mir. Jesus bringt dieses „neu geboren“ werden mit dem Reich Gottes in Zusammenhang. Was ist das Reich Gottes?

 

Schmetterling
Schmetterling: Symbol der Verwandlung, Sinnbild der Auferstehung. Foto IBB2019

Die Definition können wir aus dem Leben Jesus ableiten: Es ist die besondere Art und Weise wie Gott herrscht. Er regiert mit Liebe. Er ist ein absolut Liebender, er ist wahr und wahrhaftig. In diesem Reich Gottes sind unsere Beziehungen voller Liebe und voller Wahrhaftigkeit.

Es gibt keinen Krieg, keine Lüge, keine Täuschung, keinen Neid, keinen Verrat, kein Benutztwerden, keinen Egoismus, keinen Ärger, keine Trauer, keine Ängste und keine Verletzungen mehr.

Es ist das Reich der heilen und wahren Beziehungen. Warum? Weil Gott in sich selbst so ist. Dieses Reich verkündet Jesus. Sein Ziel ist es, dass dieses Reich Gottes unter uns Menschen werde. Er lässt sich töten – und steht auf. Er nimmt alles auf sich im Herzen seiner Liebe. Auferstehung – der Durchgang für uns.

Leben ist immer Veränderung, wie Heinrich Böll in seinem Gedicht zeigt:

„Wenn die Raupen wüssten, was einmal sein wird,

wenn sie erst Schmetterlinge sind,

sie würden ganz anders leben:

froher, zuversichtlicher und hoffnungsvoller.

Der Tod ist nicht das Letzte.

Der Schmetterling ist das Symbol der Verwandlung,

Sinnbild der Auferstehung.

Das Leben endet nicht, es wird verändert.

Der Schmetterling erinnert uns daran,

dass wir auf dieser Welt zu Hause sind.“

 

Ostern ist die Zukunft des Menschen.

Hier wird er wieder der Mensch, wie er geplant war.

(August Everding,1928-1999, deutscher Regisseur und Intendant)

 

PAX ET BONUM

Br. Konrad,ofs (Bernd-Günter Barwitzki)       Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!