Glockenrenovierung & St. Renata Glocke

Warum renovieren?

Vor längerer Zeit wunderten sich Kirchenbesucher, warum denn ausgerechnet die Glocken von St. Anna aus Stahl bestünden, wo doch ringsum die meisten Kirchen Bronzeglocken besitzen. Doch auch die drei Glocken von St. Anna bestehen aus Bronze, doch klingen sie so schrill und laut. Warum eigentlich? Ein Sachverständiger des Bistums Rottenburg-Stuttgart brachte Licht in das Dunkel: Die Klöppel seien zu hart, außerdem auch zu lang und hätten deshalb auch schon deutliche Vertiefungen in die Glocken geschlagen. Da auch die Lager abgenutzt waren, wurde nicht nur zur Erneuerung der Klöppel und Sanierung der Glocken geraten, sondern auch empfohlen für eine bessere Dämpfung der hohen Frequenzen die Stahljoche, an denen die Glocken hängen, durch Holzjoche zu ersetzen. Außerdem stellte er fest, dass das Geläut eigentlich auf vier Glocken angelegt und auch schon der Platz dafür vorgesehen war. Was tun? Da die ganzen Maßnahmen einer Sanierung des ganzen Glockenstuhls gleichkam, war auch die Idee der Anschaffung einer vierten Glocke geboren, um das Geläut zu vervollständigen.

Die Glocke St. Renata

Eine Spendenaktion zur Finanzierung gemäß den Vorgaben der Diözese wurde ins Leben gerufen. Dank der großzügigen Spende einer noch großzügigeren Spenderin aus Beutelsbach konnte die Spendenaktion bald abgeschlossen werden. Die Planung der Erweiterung des Glockenstuhls der St. Anna Kirche und der Guss einer vierten Glocke konnte beginnen.

Am 17. Oktober 2025 gegen 15:00 im beschaulichen Örtchen Glockenstadt Gescher, nahe der niederländischen Grenze, schlug schließlich die Geburtsstunde der vierten Glocke St. Renata für unsere Kirche, deren Gestaltung in enger Absprache mit der Spenderin entwickelt worden war. Alles war in der seit 1790 dort angesiedelten Glocken- und Kunstguss-Manufaktur Petit & Gebr. Edelbrock GmbH & Co. KG für den Guss vorbereitet. Das Loch im Boden der Gießerei war ausgehoben, die Lehmform der Glocke eingebracht und mit Erde bedeckt worden. Der Glockengießertradition folgend begann zur Todesstunde Christi der Glockenguss. Langsam floss die auf 1200 Grad erhitzte Bronze in die Lehmform. Drei Tage ruhte die Glocke in der Erde und kühlte langsam aus, ehe sie ausgegraben, gesäubert und auf einem Weihebock aufgebaut werden konnte und so zum Transport bereit war. 

Aber noch ging es nicht direkt nach Beutelsbach, sondern zuerst noch zur Fa. Perrot Turmuhren und Läutemaschinen nach Calw. Diese prüft die Glocke und bereitet sie für den Einbau vor. Gleichzeitig kümmert sich die Firma um die Herstellung der vier Klöppel für die Glocken, die alle von Hand geschmiedet werden. Nun erst konnte die Reise weitergehen.

Anfang Dezember fand dann die Glocke St. Renata im Kirchenraum von St. Anna ihre erste Heimat und wartet dort auf ihre letzte Reise hoch in den Glockenstuhl. Schließlich wird dieser im ersten Quartal 2026 erst von der Fa. Perrot renoviert und für das Aufhängen vorbereitet.

An Ostern endlich, wenn alles nach Plan läuft, läuten die Glocken das erste Mal weit über Beutelsbach hinaus „Christ ist erstanden“. Und es wird ein harmonischer Ruf sein, denn mit der Glocke St. Renata, gestimmt auf „es“, ist das Geläut von Sankt Anna nun vollkommen.